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Eine neue Pinne muss her

Februar 2002: nach 30 Jahren ist es an der Zeit, die alte Pinne zu erneuern. Das Holz ist stark ausgeblichen, es löst sich an einigen Stellen die Verklebung. Es soll eine "schöne" neue Pinne werden, das Ganze lamelliert aus hellen und dunklen Leisten aus Esche und Teak. Das Studium diverser Kataloge und Telefonate mit einigen speziellen Anbietern für Bootsholz lässt mich ob der Preise leicht erschaudern. Der erste Anruf bei einer Tischlerei in der Nähe (www.tischlerei-langenkamp.de) führt zum erhofften Erfolg: je acht Leisten Esche und Teak 120 cm lang 50 mm breit und 6 mm stark, sowie je zweimal Esche und Teak 25 mm breit (für die Pinnenverlängerung) fertig gehobelt für nur 50 Euro.

Weiter wird benötigt

    1 Spanplatte 100x100 cm
    Folie zum Bedecken der Spanplatte
    eine Anzahl kräftige Winkel z.B. 80x80x20
    mindestens so viele kräftige Schraubzwingen wie Winkel
    eine Anzahl billige Pinsel
    ein Paket Epoxy
    eine Dose Klebepulver
    Einmalhandschuhe

 Auf die mit Folie bedeckte Spanplatte (Folien auf der Rückseite festkleben) die alte Pinne legen, am unteren Ende einen Winkel anlegen und diesen auf der Platte festschrauben. An diesen Winkel die alte Pinne mit einer Zwinge fixieren und weitere Winkel an der Pinne entlang anschrauben. Im Bereich von Krümmungen im dichteren Abstand. Ansonsten reichen 20-30 cm. Die Winkel müssen nur dem ungefähren Verlauf der Vorlage folgen.Wie auf dem Foto oben zu sehen ist hat die Pinne eine relativ starke Krümmung. Das bringt dann auch prompt Probleme beim ersten freihändigen Biegen mit den  Teak-Leisten: zwei Mal Bruch! Keine Probleme hingegen mit der Esche. In der Tischlerei werden dann (gegen Spende in die Kaffeekasse) alle Leisten auf etwa 4,5 mm heruntergehobelt, was dann aber immer noch nicht reicht, wieder bricht eine Leiste. Suchen im Internet bringt die Problemlösung: Dämpfen!

Da die Leisten nur an einer bestimmten Stelle auf einer Länge von vielleicht 20 cm relativ stark gebogen  werden müssen minimiere ich den Aufwand des Dämpfens durch Einsatz einer Pfanne gefüllt mit köchelndem Wasser (ständig Nachgiessen) und einem Deckel.

 

Jede Leiste wird etwa 30 Minuten gedämpft und anschließend sofort trocken, also ohne Leim, über die Form gebogen, natürlich immer abwechselnd mit den Escheleisten. Das fertige Päckchen bleibt über Nacht eingespannt. Gebrochene Reststücke werden am Pinnenfuß oben und unten eingesetzt, da sich ja die Pinne zur Sitze  hin verjüngt. Auf der Oberseite werden an zwei Stellen mit einem dicken Stift Markierungsstriche gesetzt.

Am nächsten Tag werden die Zwingen abgenommen. Die Leisten werden hinter den Zwingen in der zuvor eingespannten Reihenfolge abgestellt.  Nun werden Epoxyharz- und härter gemischt und die Leisten beidseitig eingestrichen. Plastikhandschuhe nicht vergessen! Nach dem  Bestreichen wird jede Leiste wieder abgestellt. Die Leisten nehmen so an der Oberfläche das Epoxy schon auf. Dann kommt das Klebepulver (Microballoons) zum verbliebenen Epoxygemisch. Alles gut durchgerührt und anschließend  die Leisten einstreichen und vor die Winkel stellen. Dann werden die Zwingen gesetzt.

Die Ansatzstellen an der Leiste mit einem Stückchen Holz vor Druckstellen schützen. Die Leisten von Oben gleichmäßig auf die Spanplatte schlagen, hierzu einen Hammer nehmen und die Oberkante mit einem Stück Holz bei den Schlägen schützen. Wenn alles schön ausgerichtet ist (Markierungsstriche beachten!) die Zwingen anziehen und einen Tag warten. Links im Bild ist die ebenfalls in derselben Aktion verleimte Verlängerung aus den vier Leisten von 25mmm zu sehen.

Jetzt werden die Zwingen gelöst und... der Klotz fällt nicht auseinander. Wie schön.

Weiter geht es mit dem Bandschleifer. Die beiden Kantenflächen werden damit vom Kleber gesäubert. Die  alte Pinne wird aufgelegt und die Konturen am Pinnenfuß aufgezeichnet und entsprechend ausgesägt mit einer Handsäge.

Das vordere Ende wird ebenfalls auf Maß abgelängt was dann an der Schnittfläche so aussieht.

Die Pinne wird eingespannt und mit dem Bandschleifer am Handgriff allseitig bearbeitet, bis einem die Form gefällt, bis sie also gut in der Hand liegt. Dann wird weiter etwas verjüngt bis zur Biegung und anschließend der Rest abgeschliffen. Nach dem groben Schliff mit einem 80er Band wird mit einem Exenterschleifer oder Schwingschleifer oder von Hand weitergeschliffen, bis es schön glatt ist. Mit der alten Pinne als Vorlage und zur Führung werden die Löcher für die Befestigungsschrauben gebohrt. An langen dünnen Nägeln oder Schrauben, die durch zwei Bohrungen geführt werden, kann die Pinne an einer Wand,  einem Baum oder sonstwas befestigt werden, sodass sie für das Beschichten in Augenhöhe ist. Ich habe lange überlegt, wie ich sie behandeln soll und habe mich entschlossen, sie zunächst zweimal mit Epoxy zu streichen - dies schön nach Anleitung des Herstellers und als Schutz vor Feuchtigkeit. Danach gründlich waschen und trocknen, anschleifen und insgesamt viermal mit Klarlack streichen, jeweils mit Zwischenschliff.

   Und das ist das montierte Ergebnis:

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